Auch wenn von der Landschaftsbeschaffenheit her keine grossen Schwierigkeiten bestehen, fällt einem die letzte Etappe ziemlich schwer. Der Weg zieht sich von einem kleinen Flusstal zum anderen. Die kleinen Bäche und Flüsse, über die er führt, münden allesamt früher oder später im Tambre. Die Hügelkette, die rechtwinkelig zur grossen Zentralebene verläuft, erschwert den Weg erheblich. Im letzten Abschnitt meint man, der Weg verläuft durch eine Labyrinthlandschaft, insbesondere in der Provinz A Coruña. Die Dörfer zwischen den Eukalyptusanpflanzungen werden immer zahlreicher. Dazu kommt, dass der Weg sehr wohl neu hergerichtet ist, aber ständig die Hauptstrasse zwischen Lugo und Santiago kreuzt.

Nur die Emotionen, die sich dem Pilger zwangsweise bei dem Gedanken an das langersehnte und immer näherkommende Santiago aufdrängen, lenken von der Beschaffenheit des Weges ab. Die Ankunft am Monte del Gozo, von wo aus ja die Türme des Doms schon zu sehen sind, lässt die Gefühle anschwellen, bis sie mit der Ankunft am Heiligen Tor und der Umarmung des Apostels ihren Höhepunkt erreichen.

Wenn man wieder einigermassen bei Kräften ist, wird man von Santiago für die seit dem Aufbruch in jenem französischen Pyrenäendorf auf sich genommenen Anstrengungen mehr als belohnt. Der Augenblick ist gekommen, dass man sich die Compostela, die bescheinigt, dass man den Jakobsweg geschafft hat, abholt. Aber auch der Augenblick, in Ruhe die wunderbare und lang herbeigesehnte Fassade des Obradoiro zu betrachten.....
aus "DER JAKOBSWEG MIT DEM FAHRRAD": PALAS DE REI - SANTIAGO

Fenster schliessen