Auch wenn die nächste Etappe auf dem Papier einfach aussieht (bei Etappenbeginn 1.300 Meter, bei Etappenende 480), sollte man dem Anschein nicht trauen. In Galicien kann man nie in absoluten Termini von Steigungen und Gefällen reden. Eher ist es ein ständiges Bergauf und Bergab, wobei mit dem Rad eins so schwer ist wie das andere. Die Aussicht, die man von O Cebreiro aus hat, ist in Galicien einzigartig. Die gezackten Berge des Nordens stehen im Kontrast zu den oben gerundeten Bergen des Südens. Wenn wir den Blick zurück richten, sehen wir das fruchtbare Bierzotal und das Valcarcetal. In westlicher Richtung weist uns ein Bergkamm ganz klar die Richtung, in die wir fahren müssen, bis die steil abfallende Strasse nach Sarria kommt.

Ab Sarria kommt Dorf nach Dorf und dem Pilger kommen oft Zweifel, um was für eins es sich jetzt gerade handelt. In dem Fall genügt es, die Ortsansässigen zu fragen, die um eine freundliche Auskunft nie verlegen sind.

Der Pilger bekommt auf diesem Streckenabschnitt eindrucksvolle Atlantikwälder zu sehen, die oft so dicht sind, dass durch die Äste und Zweige hundertjähriger Eichen oft überhaupt kein Licht mehr durchkommt. Der Boden ist vor lauter Bächen und Rinnsalen immer feucht.
aus "DER JAKOBSWEG MIT DEM FAHRRAD": O CEBREIRO - SARRIA

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