Ein Blick auf eine Reliefkarte für die nächste Etappe könnte einem schon ein bisschen Angst einjagen. Aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Zwar gilt es in den letzten acht Kilometern einen Höhenunterschied von 690 Metern zu überwinden, aber was sagen die Zahlen beim Jakobsweg schon aus. Meistens, und so auch in diesem Fall, sind die härtesten Abschnitte die befriedigendsten und die, die einem am besten im Gedächtnis bleiben. Die spektakuläre Landschaft, das Gefühl, endlich in Galicien, vor den Toren Santiagos, zu sein und der starke Eindruck, den die Ankunft im kleinen Dorf O Cebreiro hinterlässt, enschädigen den Radfahrer vollauf für die erbrachte Anstrengung bei diesem schon unter mittelalterlichen Pilgern gefürchteten Anstieg.

Die ersten Kilometer der Etappe sind etwas monoton. Über mehrere Dörfer und Strassen kommen wir nach Villafranca del Bierzo, das über einen ansehnlichen historischen Stadtkern verfügt. Besonders nennenswert ist hierbei seine Jakobskirche aus dem 12. Jh., die neben dem Dom von Santiago die einzige Kirche war, die kranken und erschöpften Pilgern den vollkommenen Ablass gewähren durfte.

Ab Villafranca steigt der sich durch das enge Tal des Valcarce hochschlängelnde und an steilen Kastanien- und Eichenwäldern entlangführende Jakobsweg an. Weiter oben verschwindet dann der Wald und wir erblicken schon von weitem die rundliche Silhouette des Berges von O Cebreiro.
aus "DER JAKOBSWEG MIT DEM FAHRRAD": PONFERRADA - O CEBREIRO

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