Die Maragatería und der Bierzo sind zwei einzigartige Bezirke auf der Halbinsel. Durch sie verläuft diese Etappe. Hier schlägt die ebene Steppenlandschaft schlagartig in die kurvenreiche und mit Steigungen gespickte Hügellandschaft um, die uns bis Compostela nicht mehr verlässt.

Der Cruz de Ferro (wörtl.: Eisenkreuz) (1.504 m) trennt diese beiden Bezirke voneinander. An dessen Westhang sind die Maragatos angesiedelt, ein ethnisch einzigartiges Volk, dessen Herkunft bis heute unbekannt bleibt und das bis vor kurzem noch eine fast stammesähnliche von äusseren Einflüssen abgeschottete Sozialstruktur aufrechterhält. Die Maragatos, geschätzte Fuhr- und Handelsleute, hatten sich ihre Infrastruktur für den Handel zwischen Galicien, Asturien und der Meseta (Zentralspanische Hochebene) geschaffen. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn mussten sie ihre angestammte Heimat verlassen, was ihre Dörfer, vielleicht die schönsten ganz Nordspaniens, ganz verfallen liess.

Auf der anderen Seite des Monte Irago ist die Ebene des Bierzo, die im Nordwesten von den Ankaren und dem Courelgebirge und im Südosten von den Bergen von León umgeben ist. Die industrielle Expansion Ponferradas und insbesondere die arrogant wirkenden Riesentürme eines Kraftwerkes im Zentrum verschandeln das sonst so idyllisch wirkende Tal.
aus "DER JAKOBSWEG MIT DEM FAHRRAD": ASTORGA - PONFERRADA

Fenster schliessen