Auch das ist eine trügerische Etappe. Auf dem Papier erwartet der Fahrradpilger eine bequeme Fahrt durch die Ebene um Burgos herum, die höchstens von der gnadenlosen  Mesetasonne und dem Dreck von den Feldern auf der Strasse beeinträchtigt werden kann. Nichts ist ferner von der Realität als diese Annahme. Ein schier unendliches Nacheinander von Hügeln, die man rauf und runterfahren muss. Kaum ist man oben auf einem angekommen, mahnt am Horizont schon der nächste. Belohnt werden wir durch die eindrucksvollen Panoramas, die sich von jeder dieser Höhen aus unserem Auge bieten. Zum Beispiel etwa auf dem Teso de Mostelares bei Castrojeriz, der wohl der Punkt des Weges ist, von dem aus man am weitesten in alle vier Himmelsrichtungen sieht.

Auf diesem Streckenabschnitt gibt es einige Punkte von herausragender jakobäischer Tradition. Der erste davon die herrliche elfbögige Brücke Puente Fitero, die im 12. Jh. über dem Fluss Pisuerga errichtet wurde. Auf der anderen Seite der Brücke geht schon die Provinz Palencia los und der Pilger nähert sich der Tierra de Campos. In Frómista befindet sich die Kirche San Martín, die als das herausstechendste Beispiel des romanischen Stils in Spanien angesehen wird. Die Kirche von Villalcázar de Sirga, von den Dimensionen her eine richtige Kathedrale, ist ebenso eine der führenden in diesem Stil. Für Carrión de los Condes gibt es insgesamt drei Nationalmonumente, zu denen der Pantokrator der Jakobskirche gehört. Zweifellos ist er einer der Meisterwerke romanischer Skulpturkunst.
aus "DER JAKOBSWEG MIT DEM FAHRRAD": BURGOS - CARRIÓN DE LOS CONDES

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