Mein Camino vom 5.9. bis 2.10.2001
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20. Tag, Mo. 24.9.: Endlich am Cebreiro!  (>Google maps)(>Google maps)
Streckenkarte PONFERRADA - O CEBREIRO, Text dazu

bei-pereje aus www.ultreia.ch/bilder-spanien.html Um 9.15 Uhr losgegangen, 15 km der neuen Nationalstrasse N-VI entlang mit dem schrecklichen Verkehr, durch das enge und schöne Tal über Pereje, Trabadelo und La Portela bis

Ambasmestas. Die nächsten 5 Kilometer (später) verliefen zwar auch noch auf der Strasse, aber auf der ruhigen alten N-VI. Denn zunächst bin ich mit dem MTB zurückgefahren (und musste stark Obacht geben, dass ich nicht entgegenkommende Fussgänger niederfahre oder selbst von einem LKW von hinten erfasst werde) nach Villafranca und bin mit dem Auto bis

Vega de Valcarce. Dort gute Pause gemacht mit Menü (endlich Paella, als Vorspeise). Dann habe ich das Auto vorgebracht bis hinter Herrerías, vor dem Aufstieg zum Cebreiro. Mit dem MTB zurück und ab Ambasmestas um 15.10 Uhr losgegangen über

Ruitelán, in Herrerías in Bar eingekehrt und dann der Aufstieg: Steil, auf felsigen Wegen, nach

La Faba und endlos weiter aufwärts nach Laguna de Castilla. Und immer noch kein Ende des Aufstiegs. Also wie ein Esel weiter, bis ich endlich um 18.30 Uhr die Herberge in

O Cebreiro erreicht habe.

>>> (Foto Pilgerherberge aus http://www.galinor.es/c-santiago/1.html)

Bilder der Web-Kamera des galicischen Fernsehens (an der Pilgerherberge angebracht in Richtung ankommender Jakobsweg): Originalseite: http://www.crtvg.es/crtvg/camaras-web/o-cebreiro#.ToGlz9TcxaU bzw.: http://www.xacobeo.es/de

Bild vom 28.10.2001, 15:54

aktuelles Bild

 

Endlich das ersehnte Galicien! In dem kleinen Ort gibt es noch heute die runden Häuser mit Strohdach, die sog. pallozas, die auf mehr als 2.500 Jahre alte keltische Bautradition zurückgehen. In einer solchen palloza befindet sich das Ethnographische Museum. In der Pfarrkirche wird der Heilige Kelch von Galicien aufbewahrt. Info zum Jakobsweg in Galicien: http://www.xacobeo.es/de

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weitere Fotos von der Kirche und vom Cebreiro

Kaum am Cebreiro angekommen, zogen Wolken auf und es begann zu regnen. Gut, dass ich das Auto hinter Herrerías gestellt habe an den Beginn des Aufstiegs, sodass es nicht so weit war mit dem MTB. Den Regen konnte ich überstehen, die Strassen aussen rum kannte ich schon von 1997. Damals war ich sie zu Fuss gegangen zum Auto nach dem Aufstieg ohne Rucksack am Camino im Regen.

Bis ich zurückkam in die Herberge, war mein Bett umstritten. Scheinbar war die Herberge überfüllt. Die anderen hatten Probleme mit meiner "Trinidad", waren irritiert, dass sie mich mehrmals am Tag sahen, mal auf dem Rad, mal daneben, in ihrer Richtung oder entgegen: ich sei Bicicletista (Radpilger) oder einer, der einen neuen Führer für den Weg schreibt. Fusspilger haben in den Herbergen bei Bettmangel Vorrang vor Radpilgern. Da ich beides bin, ist die Nachrangregel nicht anwendbar. Heute war die Irritation perfekt (und intensiv: vorwärts oder zurück auf der gleichen Strassenseite!), da der Camino (Pilgerweg) die ersten 20 Kilometer auf der Strasse verlief und nicht auf eigenen Wegen wie meist. Normalerweise wurde ich nur einmal gesehen, am Hinweg oder, dann auch nur einmal, am Rückweg von denen, die anstatt des Pilgerwegs die Strasse benutzten. Es war umständlich, meinen Camino zu beschreiben.

Letzte Nacht habe ich kaum geschlafen: Eine Deutsche wechselte mitten in der Nacht das Bett wegen eines Schnarchers, weckte mich durchs Wegräumen meiner Sachen im Dunkeln vom freien Stockbett über mir. Das war für mich neu, sodass ich aus dem Häuschen kam. Schnarcher haben mich 1997 noch irritiert, diesmal nie, weil ich darauf eingestellt war und sie einfach schnarchen liess. Der Logik konnte ich nicht folgen, dass man wegen eines Schnarchers das Bett wechselt, noch dazu zu einem anderen Schnarcher. Mein Bettnachbar fing auch bald an zu schnarchen, ich zunächst noch nicht, da ich ja irritiert munter blieb.

Neben meiner ... Eigentlich nicht schlecht, dass mir dies auf dem Camino bewusst wird. Ich muss ... Den Camino mache ich aus verschiedenen Gründen und absichtlich den ganzen Weg in einem und zu Fuss. Nur durch diese dauernde und tägliche Herausforderung und deren Überwindung (oder Nichtüberwindung) entsteht wahrscheinlich das, was den Camino ausmacht. Nur so wird man "hin und her geschmissen", dass einem (endlich) etwas (Neues) bewusst wird über sich. Ich suche auch absichtlich nicht den Kontakt mit anderen. Dabei kommt meist nur Bla-Bla-Bla heraus: woher kommst Du usw. Ich will Gelegenheit haben, zu mir zu finden. Das geht nur in der Stille und im Meditieren. Wenn ich ... Am schönsten sind meist die Nachmittage, wenn sich die anderen Unterwegs-Seienden verflogen haben und ich in Ruhe durch die Landschaft gehen kann und mich bereits durchschleppen muss, weil ich ja schon müde bin, aber noch ein Ziel habe.

Es waren immerhin 600 Meter Höhenunterschied. Die beiden Dörfer Faba und Laguna waren dreckig wie 1997. Diesen Dreck kann ich einfach nicht verstehen. (Als Kind habe ich in Amlach an Samstagen den Hof gekehrt und habe mich nicht dabei überarbeitet.) Nach Auto-Holen gut gegessen und dieses geschrieben.

Schön war der Tag und anstrengend.

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aktuelle Webkamera-Bilder mit meinem Sohn Gregor am 8.7.2002
- unterer Bildrand, links vom Baum -

(zu Fuss am Jakobsweg von St. Jean Pied de Port nach Santiago, 14.6. - 11.7.2002
> durchschnittliche Tages-km: 29,3 >> bravo!!!
Sohn Arnim war auch zu Fuss unterwegs von St. Jean P.d.P. nach Santiago: 27.5. - 27.6.2003)

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