Mein Camino vom 5.9. bis 2.10.2001

Sa. 1.9.: Abfahrt 5 Uhr in Berg, an in der Camargue (Salin de Giraud) um ca. 17 Uhr.
So. 2.9.: ... u. a. Überlegung, ... Deswegen habe ich mich auch zum Camino entschlossen mit einem relativ strengen Streckenablauf: Es ist tatsächlich eine Pilgerung geplant mit ihren Strapazen und Möglichkeiten, beim Gehen in sich zu gehen und klar zu werden. Ich weiss natürlich nicht, was mir klar werden wird am Weg. Das kann ...

Di. 4.9.: Anreise aus der Camargue über Montpellier, Toulouse nach St. Jean Pied de Port

Blick auf die Pyrenäen. Foto aus http://www.stack.nl/~petero/jean.htmSeit 8 Uhr sitze ich auf der Strasse, angeschnallt im Autosessel. Links von mir sind manchmal die Höhen der Pyrenäen zu erkennen. Toulouse habe ich hinter mir und auch die Ausfahrt Richtung Lourdes. An Pampelmusen denke ich, während ich "Pampelune" lese auf einer Hinweistafel. Holla, das ist ja französisch für Pamplona. Schon bin ich auf der Landstrasse. Die Berge, die ich jetzt vor mir sehe, kann ich nicht mehr mit Kleben am Sessel hinter mich bringen (wie 1997, als ich dahinter, in Pamplona, zum Pilgerweg aufgebrochen bin). Es wird Ernst, ich bin am Startort für meinen Camino, in

Hübsches Städtchen (2.000 Einw., 163 m ü.NN.) am Fluss Nive mit einer sehenswerten mittelalterlichen Altstadt und einer Zitadelle aus dem 17. Jh. Es ist der Hauptort von Nieder-Navarra, einem der sieben historischen baskischen Territorien, die sich auf der französischen und spanischen Seite der westlichen Pyrenäen erstrecken. Auf Baskisch trägt Saint-Jean-Pied-de-Port den klangvollen Namen Donibane Garazi. Im Mittelalter bildeten das nördliche und das südliche Navarra eine Einheit, aber nach der Eroberung des spanischen Teils im Jahr 1512 durch Kastilien und Aragón blieb nur noch das kleine Nieder-Navarra als Königreich unabhängig, bis später die Kronen Navarras und Frankreichs durch Heiratsunion zusammenfielen.
aus http://www.spanien.com/griff_jakobsweg5.cfm

Saint Jean Pied de Port

Es ist ca. 16.15 Uhr. Beim Spanien-Tor habe ich einen Parkplatz gefunden, genau richtig, wie ich später noch draufkommen werde: hier verlässt der Camino das Städtchen, am einen Ende der Rue de la Citadelle. Zunächst gehe ich bergab durch die schöne Strasse, die offensichtlich viele Touristen anzieht. Nach der Brücke beim Glockenturm, mitten im Verlauf der Strasse, finde ich irgendwann das Pilgerbüro und bekomme den ersten Stempel in meinen Pilgerausweis und sehe die ersten Pilger. Die Herberge ist weiter oben, knapp vor dem Santiago-Tor (Eingangstor für den Jakobsweg aus Richtung Frankreich), schön gelegen und gefällt mir. Ich hole daher aus dem Auto meinen Rucksack. Diesen brauche ich auch in Zukunft nur für das Übernachten (Schlafsack, Trainingsanzug, Waschzeug, Tagebuch und Lesestoff (Erich Fromm: Haben oder Sein)). Etwas unsicher bin ich schon, wie das mit meinem "Gehiefel" klappen soll. Damit ich morgen früh weiss, in welche Richtung ich gehen soll, suche ich den Anfang des Camino und gehe ihn ein Stück. Für mein Auto habe ich also einen günstigen Parkplatz gefunden, es liegt am Weg (zur Ablieferung des Rucksacks und für das Frühstück). Ich habe noch viel Zeit und gehe meinen Gedanken nach auf einem Spaziergang durch die Altstadt und auf die Zitadelle. In der Herberge komme ich mit einigen Pilgern ins Gespräch, schreibe mein Tagebuch und lese mir im Handbuch die Infos zur morgigen Tour durch. Zum Tagesausklang schlendere ich noch durch die Stadt, suche mir ein gemütliches Restaurant und verwende das letzte französische Geld für eine leckere Paella und guten Rosé-Wein aus der Gegend.
Mein rechter Fuss schmerzt. Gestern habe ich mir bei der Wanderung einen ordentlichen Ballen auf der Fusssohle geholt plus einer Blase. Daher habe ich auch Angst vor dem Weg aus fuss-technischen Gründen. Ansonsten: ich verstecke mich zu sehr, anstatt meine "Besonderheiten" einfach zu leben.

Blicke von der Zitadelle Richtung Süden (links) bis Norden (rechts)
(auf dem ersten Foto der Beginn des Camino in der Diagonale von rechts unten nach links oben)
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Rue de la Citadelle mit (letztes Foto) Santiago-Tor, davor links die Pilgerherberge, rechts Aufgang zur Zitadelle.
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